26 September 2026

Von Kranichfeld nach Weimar

Mal wieder laufen …

Wieder einmal hat sich bei mir die Erkenntnis durchgesetzt, dass es besser wäre, an der Karkasse zu arbeiten. Also gehe ich ins Kaloriendefizit. Einmal kann man dies erlangen, indem man weniger isst. Das mache ich natürlich. Aber die zweite Seite sollte auch nicht zu gering geschätzt werden: Man muss auch mehr verbrauchen.

Und da heute bestes Altweibersommerwetter war, ging es raus auf eine kleine Wanderung.

Die Strecke

Also komoot gestartet und eine Wanderung planen lassen. Da ich in der Nähe des Haltepunktes Weimar-West wohne, war die Idee, von dort nach Kranichfeld zu fahren und dann nach Hause zu laufen. Heute ging es früh raus, schnell einkaufen und zum Mittag gab es eine Bratwurst vom Stand. Kurz und gut – ich konnte den Zug um 12:14 Uhr nehmen und war dann 13:00 Uhr in Kranichfeld. Und dann gings los.

Meine neue Begleiterin

Meine neue Route habe ich auf mein neues Spielzeug geladen – die Garmin Instinct 3 mit Solar. Mein Handy trug ich in einer kleinen Tasche, die am Oberarm befestigt war. Die Route wurde mir auf der Uhr angezeigt und ich erhielt gesprochene Anweisungen aus dem Handy. Diese waren allerdings auf Englisch, aber nicht weiter problematisch.

Kranichfeld nach Bad Berka über die Sophienheilstätten

Die geplante Route ging entlang offizieller Wanderwege. Dank einer Erfahrung, die ich auf dem Ettersberg machen musste, bin ich bei überwucherten Wegen vorsichtig. Auf dem Ettersberg bin ich dann irgendwann durch Brombeerbüsche durchgegangen, weil ich nicht wieder umkehren wollte. Meine Beine sahen so interessant aus, dass mich Forst-Arbeiter ansprachen nach dem Motto „Wo liegt denn die Leiche?“

Auch hier war der Weg überwuchert, aber die Brombeeren waren noch nicht erfolgreich genug. Es ging auch ziemlich steil durch eine Senke, sodass ich froh war, mir einen Wanderstock besorgt zu haben, auf den ich mich stützen konnte.

Aber dies war nur ein kurzes Intermezzo. Im Wesentlichen waren die Wege einwandfrei zu laufen. Es waren auch viele Pilzsammler unterwegs, die ziemlich große Körbe mit Steinpilzen aus dem Wald holten.

An den Sophienheilstätten oberhalb Münchens (Stadtteil von Bad Berka) wurden in den letzten Wochen offensichtlich Holz gerückt. In einem entsprechenden Zustand waren auch die Wege. Apropos Sophienheilstätte, dieses ehemalige Tbc-Heim kenne ich noch von innen. Ich habe dort mal einen Bekannten der Familie besucht, der zu DDR-Zeiten da drin lag. Seit der Wende ist dieses Gebäude eines der bekanntesten Lost places Thüringens. Aber wie es aussieht, ist dieser Place gar nicht mehr so lost. Neue Fenster konnte man sehen und auch sonst scheint renoviert zu werden. Das Gebäude scheint also Zukunft zu haben, und das ist schön so.

Bad Berka nach Buchfart

In Bad Berka ging es zunächst an der Klinik vorbei runter zum Supermarkt, wo ich einen doppelten Espresso trank und mich schnell weitermachte. Es ging weiter durch den Goethepark an der Ilm (das gibt’s in dieser kleinen Kurstadt auch). Dann weiter am Südhang des Ilmtales. Leider sind die Wanderwege hinter dem Goethepark sehr verzweigt mit vielen Trampelpfaden. Da hat mich die Navigation mit der Uhr etwas durcheinandergebracht, sodass ich mich anfangs kurz verlief, dann jedoch den richtigen Weg fand.

Von Bad Berka aus folgte ich dem Drei-Türme-Weg nach Buchfart. Im Großen und Ganzen war der Weg gut zu laufen. Es gab nur eine Stelle, wo Wasser lange stand und Pferde den Matsch richtig schön durchgeknetet haben.

Es hat mich aber gefreut, einen Rastplatz zu sehen, in dem das Logo des Drei-Türme-Wegs Teil der Tischbeine ist (siehe Fotogalerie). Von dem Weg hatte man auch eine gute Sicht auf die Felsenburg von Buchfart. In Buchfart angekommen, lockte ein Schild mit frisch geräucherten Forellen. Somit war die Proteinquelle fürs Abendessen geklärt. Es war ein schönes, leckeres Tier.

An der Buchfarter Holzbrücke gab es noch eine kleine Stärkung (zwei Äpfel) gegenüber der Mühle. Dass die Ilm dort entlang floss, sah man kaum. Der Wasserstand war extrem niedrig.

Buchfart nach Weimar

Während der Rast sah ich mir die Wanderkarte noch einmal an. Ich beschloss, den eingespeicherten Weg zu verlassen und auf der Hochebene nicht nach Vollersroda zu laufen.

Dazu musste man aber erst einmal hochkommen. Als ich das letzte Mal da hoch bin, lief ich den Drei-Türme-Weg. Und der Anstieg von Buchfart zum Ausflugslokal Balsamine ließ mich fast vom Glauben abfallen. Diesmal ging es etwas besser. Komoot hatte jedoch einen kurzen Stich hinzugefügt, den ich dank Wanderstock gut bewältigen konnte. An der Balsamine ging es mir bedeutend besser als beim letzten Mal.

Ich folgte dem Drei-Türme-Wanderweg wie vorgesehen bis kurz vor der Straße von Vollersroda nach Buchfart. Dort bog ich nicht rechts herum, um die Straße zu queren, sondern bog links weg. Über Feldwege kam ich so nach Possendorf. Diesen Ortsteil von Weimar habe ich von West nach Ost durchlaufen müssen, um hinter Possendorf die A4 kreuzen zu können. So kam ich auf den Weg nach Gelmeroda, das ich in westlicher Richtung durchlief, um am Ortsausgang wieder nach Norden zu schwenken und ins Kirschbachtal hinabzulaufen.

Seit Possendorf hatte ich auch einen Podcast auf den Ohren, bis in bekannte Gefilde war ich allein mit den Umgebungsgeräuschen und meinen Gedanken.

Das Kirschbachtal ist eine meiner üblichen Laufstrecken. Ich kam schließlich auf die Erfurter Str. und ging beim Aldi Richtung Norden. Nach ein paar Treppen war ich auf dem Parkplatz des Wimaria-Stadions. Von dort war es nur ein kleiner Katzensprung bis zum Haltepunkte Weimar-West, wo der Ausflug 12:14 Uhr begann und 19:08 Uhr schließlich endete.

Route und Details

  • Distanz: 27,43 km
  • verstrichene Zeit: 6:06:40 (inkl. langer Pausen)
  • Laufzeit mit kleinen Pausen: 5:42:16
  • Zeit in Bewegung: 5:20:09
  • Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,1 km/h

Man kann unten die Route wählen, die angezeigt wird. Sowohl die geplante Strecke (blau) als auch die tatsächlich gelaufene Strecke (schwarz) können angezeigt werden.

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geplant
gelaufen

Fotos

Hier noch ein paar Impressionen vom Weg.

Hinweisschilder der Wanderwege rund um Kranichfeld
Weg zwischen Kranichfeld und München
Ziemlich urwüchsiger Wald zwischen Kranichfeld und München. Hier waren auch viele Pilzesammler unterwegs.
Nettes Kraut bei Kranichfeld
Wo ist hier der Weg?
Zwischen Kranichfeld und München war der offizielle Wanderweg teilweise schwer vom Unterholz zu unterscheiden.
Felsenburg bei Buchfahrt
Wegweiser kurz vor München
Sophienheilstätte oberhalb Münchens
Rastplatz im Drei-Türme-Weg-Design
Das Logo des Drei-Türme-Wegs ist Teil des Tisches dieses Rastplatzes zwischen Bad Berka und Buchfahrt
Blick auf Buchfahrt
Schon fast bei der Balsamine.
Baum oberhalb des Kirschbachtals
Abendstimmung
Abendessen
Diese Schönheit habe ich in Buchfahrt mitnehmen können. Dazu Brot mit Ziegenfrischkäse, Knoblauchsalz und selbstgezogenen Rettich-Sprossen.


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Verfasst 26. September 2026 von Martin in category "Wanderung

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